Ich sitze in einem nagelneuen kleinen Kaffeehaus am Wilhelmsplatz, genauer gesagt, Ecke Bleichstraße und mache letzte Korrekturen in meinem Roman. Noch bin ich allein hier, noch ist man dabei, Schilder anzubringen. Der Eingangsbereich hat mich mit seiner einladenden Tortentheke förmlich in den Gastraum gezogen, der modern und doch gemütlich ist – und sowas braucht man in diesem monsunigen Sommer. Die Einrichtung ist angenehm schlicht, schmückt sich aber hier und dort mit kleinen Anklängen an die traditionelle Kaffeehauskultur. Links an der Wand locken kleine samtige Ohrenpolstersofas, auf denen ich mich niedergelassen habe. Erwartungsvoll blicke ich mich um und entecke die hübschen Lampen, die aus einem Bündel kleiner bunter Lampenschirmchen geflochten sind. Die Inhaberin, die doch tatsächlich direkt vom Frankfurter Römerberg (wo ihr Gatte das Restaurant Alt Limpurg betreibt) auf den Wilhelmsplatz gekommen ist, hat liebevoll ausgewählt und spannt hier einen schönen Bogen zwischen Tradition und Moderne.