Der erste Herbststurm mit viel Wind und Regen erwischte mich, als ich den Eingang des Convention Center der Messe Offenbach suchte – der liegt nämlich etwas versteckt zwischen Capitol und Messe im Hinterhof. Als ich die Tür erreichte, war ich frisch geduscht – zum zweiten Mal an diesem Tag. Ich trage selten Funktionskleidung und schon gar nicht, wenn ich zu einem Konzert oder einem Live-Hörspiel gehe – und das war der Anlass:

Neulich im Mai hatte ich so einen Tag in Frankfurt mit vielen Terminen und zwischendurch einer Stunde Atempause. Die verbrachte ich im Plank, weil ich zwischen Bockenheim und Sachsenhausen hin- und hermusste. Das Plank Münchener/Ecke Elbestraße im Bahnhofsviertel gelegen, ist tagsüber nämlich ein sehr nettes Café. Es bietet Ruhe, W-LAN und die besten portugiesischen Törtchen, die man sich vorstellen kann.

Der Himmel so blau, dass die Mittagspause heute für einen kleinen Spaziergang durch die winterliche Stadt genutzt werden muss. Ich laufe durch das Offenbacher Westend und dann führt mein Rückweg am Café „Mein Lieblingsplatz” vorbei, wo ich mich mit einem doppelten Espresso von Kaffee Wacker aufmuntere.

Am Morgen des vierten Januar 2016 brennt bei Angelo, in der Salumeria Ecke Karlstraße schon Licht. Erste Panini werden mit Schinken belegt. Zwei Sizilianer schimpfen über irgendwas. Sie scheinen sind genauso schlecht gelaunt wie ich. Vom Himmel herunter geht Schnee in Regen über. Die höchsten Stockwerke des City-Towers sind geheimnisvoll in Nebel gehüllt. Am Markthäuschen tritt der Wirt vor seine Tür und raucht. Die Cafébar auf der Bieberer hat noch Kaffeepause.

Ein kleines italienisches Café in der Karlstraße 29 in Offenbach kann auch zuweilen ein Treffpunkt für die große Welt sein. So zum Beispiel heute gegen Mittag: Ich kam auf einen Espresso herein und mein Stammplatz war belegt. Als ich näher hinsah, bemerkte ich, dass ich zumindest einen der Herren von vielen Projekten im Offenbacher Kulturleben kannte. Es war Dr. Ralph Philipp Ziegler, der dort neben einem sympathischen und wachäugigen jungen Herrn saß, gegenüber zwei weitere Herren, offensichtlich Journalisten, die eifrig schrieben.