In Offenbach gibt es einen Ort, der so völlig von der Welt vergessen scheint, dass man es kaum fassen kann, wenn man ihn zum ersten Mal betritt. Es ist ein Ort der Ruhe und der Einkehr, ein Ort, der einen die Welt da draußen für eine Stunde oder mehr einmal völlig vergessen lässt. Vielleicht eignet er sich zur Entspannung viel besser als sogenannte künstlich errichtete und viel bevölkerte “Wellness-Oasen”. Es handelt sich um den Alten Friedhof, der umrahmt von alten Sandsteinmauern sein friedliches Dasein an einer der verkehrsreichsten Ecken von Offenbach bewahrt.

In der letzten Woche führte mich ein Termin auf den Mühlberg. Ja, genau, das ist diese Gegend zwischen Offenbach und Frankfurt, ehemals recht vornehm, bis die Flugzeuge darüber kreisten.

Vielleicht sollte man mal eine Menschenkette von Offenbach über Oberrad und den Mühlberg bis nach Sachsenhausen, dann rüber über den Eisernen Steg bis auf den Römer stellen. Genug Leute müssten’s ja sein. Wäre einen Versuch wert.

Ich weiß nicht so genau, was an der Bahnhofsviertelnacht anziehender wirkt: Die Öffnung von Tür und Tor, auch seitens halbweltlicher Vergnügungsstätten, in die man sonst nicht reinkommt oder die Menschen an sich. Für mich war es gestern eindeutig letzteres. 

Gestern kam alles anders: Morgens wachte ich auf, weil mein iPhone nicht klingelte. Es zeigte stoisch ein schwarzes Display und blieb stumm. Selbst nachdem ich alle Tasten mehrmals langanhaltend oder kurz, einzeln und zusammen gedrückt hatte. Es half alles nichts. Und das an einem Tag, an dem fast ausschließlich Außentermine in Frankfurt anstanden. Was also tun, wenn die Technik versagt?

Gestern führten mich eine unschuldige E-Mail-Einladung und das schöne Wetter zum Hoffest bei der Tomatenkönigin Heidi Jung in Oberrad. Vom Buchrainweg sind es kaum zwanzig Minuten Wegzeit zu den Gewächshäusern. Einzige Hürde, die zu überquerende Autobahn. Aber, wenn man dann durch die Wiesen, in der sehr treffend benannten Zufahrtsstraße, im Teller 2 ankommt, kann man das schnell vergessen.